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Wasserbedarf

Aktualisiert (Dienstag, den 24. Mai 2011 um 09:54 Uhr)

Wasser ist notwendig für die Funktion des Körpers.

Vom Gesamtgewicht des Pferdes machen etwa zwei Drittel Wasser aus, das in Zellen, Blut, Lymphe, Darm etc. verteilt ist. Das zeigt wie notwendig Wasser für die Funktion des Körpers ist. Ein Pferd kann mehrere Tage ohne Futter auskommen, dabei bis zur Hälfte an Körperfett und Eiweiß einschmelzen und der Organismus funktioniert trotzdem. Vermindert sich aber der Wassergehalt nur um ein Zehntel, so funktioniert der Körper nicht mehr.

Die Aufgaben des Wassers:

  • Lösungsmittel für Nähr- und Wirkstoffe
  • Regulator des Zelldrucks
  • Transportmittel (Blut, Lymphe)
  • Regulierung der Körpertemperatur

Wie viel Wasser trinkt ein Pferd?

Der Tagesbedarf liegt bei durchschnittlich 3 Litern je Kilo Futter-Trockensubstanz.

Fohlen  10-15 Liter
Leichte Arbeit  30-40 Liter
Schwere Arbeit  50-80 Liter
Säugende Stuten  40-60 Liter

Der Wasserbedarf steigt mit der Arbeitsleistung und den damit verbundenen Schweißverlusten an. Bei schwerer Arbeit verliert ein Pferd bis zu 7% seines Körpergewichtes an Schweiß, diese Wasserverluste müssen schnell wieder ausgeglichen werden. Säugende Stuten brauchen auch besonders viel Wasser, denn über die Milch verliert eine Warmblutstute täglich 12 bis 18 Liter.
Mit steigender Temperatur und Luftfeuchtigkeit erhöhen sich die Werte aus der obigen Tabelle nochmals.

Wie viel schwitzt ein 600 kg schweres Pferd?

Leichte Arbeit  4,5 Liter
Mittlere Arbeit     9 Liter
Schwere Arbeit   21 Liter
Sehr schwere Arbeit   30 Liter

Das Pferd regelt den Wärmehaushalt hauptsächlich über die Schweißbildung und die daraus entstehende Verdunstungskälte auf der Haut. Die Abkühlung ist besonders bei großen Anstrengungen notwendig, da die in der Muskulatur umgesetzte Energie nur zu 25-30% in die Bewegung umgesetzt wird und der Rest als Wärme verpufft. Der Pferdekörper heizt sich also bei hoher Muskelaktivität besonders stark auf. 

Wie tragen die Futtermittel zur Wasserversorgung bei?

Weide  80-85%
Heu   12%
Getreide   14%
Futterrüben   86%

Ein Pferd auf einer saftigen Weide nimmt einen Großteil seines Wasserbedarfs über Gras auf. Bei „trockenen“ Futtermitteln wie Heu und Getreide müssen die Pferde mehr Wasser aktiv zu sich nehmen.

Wie entsteht Durst?

Verändert sich der Druck der Zellflüssigkeiten, so wird an das Gehirn ein Signal zur erhöhten Wasseraufnahme gesendet, damit die Vorgänge im Körper weiterhin störungsfrei funktionieren können. Bei kühlen Temperaturen haben Pferde weniger Durst als bei Hitze. Etwa zweimal pro Stunde suchen sie bei 30 bis 35°C die Tränke auf. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nur dreimal pro Tag.

Im Sommer ist es also besonders wichtig dem Pferd immer und ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Gerade wenn die Pferde lange (über Mittag) draußen sind. Bei kleinen Gruppen verwendet man gerne Wannen und bei größeren Tränkewagen. Bei beiden ist es besonders wichtig sie regelmäßig zu reinigen, denn durch die Hitze vermehren sich Bakterien im Wasser besonders schnell und es kann zu Verstimmungen im Verdauungstrakt kommen.