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Lak. Stute - Milch geben

Aktualisiert (Mittwoch, den 13. Oktober 2010 um 10:36 Uhr)

Milch geben - Hochleistung für die Stute

Stutenmilch schmeckt im Vergleich zu Kuhmilch wässriger und süßer. Der etwas wässrige Geschmack ist auf den geringeren Trockensubstanzgehalt und die Süße ist auf den höheren Milchzucker (Laktose) Gehalt zurückzuführen. Durch den hohen Gehalt an Albumin (ein Eiweiß) ist sie der menschlichen Milch sehr ähnlich.

Eine Warmblutstute (600 kg) produziert in sechs Laktationsmonaten etwa 2500-3000 kg Milch. In den ersten drei Monaten ist die Milchleistung am höchsten. 20 kg pro Tag sind keine Seltenheit. Neben ihrem Erhaltungsbedarf benötigt die Stute noch zusätzlich Energie für die Milchproduktion. Ernährungsphysiologisch ist der Mehrbedarf vergleichbar mit dem eines Hochleistungssportlers. Für die Milchproduktion benötigt die Stute mehr Eiweiß, Energie, Calcium und Phosphor. Vor allem der erhöhte Eiweißgehalt spielt eine wichtige Rolle. Das Eiweiß-Energie-Verhältnis eines Reitpferdes liegt bei 5:1, bei einer laktierenden Stute weitet sich das Verhältnis auf 9:1 aus. Nicht nur auf die Eiweißmenge kommt es an, sondern auch auf die Eiweißqualität. Allen voran steht die essentielle Aminosäure Lysin. Eine gute Frühjahrsweide deckt in der Regel den erhöhten Bedarf. Ist die Weide allerdings nicht ausreichend nahrhaft, muss gezielt zugefüttert werden. In solchen Fällen bietet sich Sojaschrot oder ein spezielles Zuchtstutenfutter als Ergänzung an.

Auch der Futterzustand der Stute spielt eine entscheidende Rolle. Die Rippen sollten fühlbar, aber nicht sichtbar sein. Denn sowohl Unter- als auch Übergewicht mindert die Milchmenge, die Milchqualität und wirkt sich somit negativ auf die Entwicklung des Fohlens aus.

Nicht zu vergessen ist ausreichend frisches Wasser. Für die Milchproduktion wird viel Wasser benötigt. Eine laktierende Stute säuft 1,5-1,8 mal mehr als ein Reitpferd. Steht nicht genügend Wasser zur Verfügung, nimmt auch die Milchleistung ab.

Die Ration einer Stute im 3. Laktationsmonat wäre zum Beispiel: täglicher Weidegang (ca. 40 kg), 3 kg Heu oder Stroh, 2 kg Hafer und 2 kg Zuchtstutenfutter. Damit bekommt sie genügend Energie und Eiweiß um eine gehaltvolle Milch für den Nachwuchs zu bilden. Bei Bedarf darf ein Mineralfutter nicht fehlen, denn Calcium und Phosphor wird in der dreifachen Menge wie bei einem Reitpferd benötigt. 

Die richtige Fütterung der Stute ist entscheidend für die Entwicklung eines gesunden und leistungsfähigen Fohlens. In den ersten drei Monaten ist Milch die Futtergrundlage für das Fohlen. Bedarfsgerecht gefüttert kann sich der Nachwuchs optimal entwickeln.