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Kolik
Aktualisiert (Dienstag, den 14. September 2010 um 07:48 Uhr)
Bei Kolik den Tierarzt rufen
Der Begriff „Kolik“ stammt aus dem Griechischen:„kolike = Bauchschmerzen, vom Dickdarm herrührender Schmerz“. Eine Kolik entsteht vorrangig durch Fütterungsfehler, dafür verantwortlich sein können aber auch mangelnde Bewegung, Stress, Parasitenbefall, Vergiftungen, Infektionen oder – in seltenen Fällen - Witterungseinflüsse.
Wie äußert sich eine Kolik? In fast allen Fällen verweigern die Pferde bei einer Kolik das Futter. Das Pferd ist unruhig, beginnt zu scharren, legt sich hin und wälzt sich. Bei starken Schmerzen schmeißt es sich auf den Boden. Ebenfalls charakteristisch ist das Umschauen nach dem Bauch, eventuell fangen die Tiere an, nach dem schmerzenden Bauch zu treten. Parallel dazu erhöht sich die Puls- und Atemfrequenz und das Pferd schwitzt.
Was tun? Auf jeden Fall müssen Sie sofort den Tierarzt holen. Während des Wartens darf das Pferd auf keinen Fall gefüttert und das gesamte Futter muss aus der Box entfernt werden - auch das Stroh! Wenn es nicht zu warm ist, können Sie das Pferd eindecken. Wärme entspannt und wirkt entkrampfend. Über das Führen gehen die Meinungen auseinander. Wirkt sich Führen positiv auf das Allgemeinbefinden des Kolikers aus, sollten Sie ruhig weitermachen. Weigert sich allerdings das Pferd oder legt es sich auf den Boden, dann sollten Sie es nicht zum Aufstehen oder Weiterlaufen zwingen. Dies bedeutet für das Pferd zusätzlichen Stress.
Die verschiedenen Koliktypen
Krampfkolik (spastische Kolik)
Bei der Krampfkolik leidet das Pferd unter schubweise auftretenden Darmkrämpfen. Zwischen den einzelnen, sehr heftigen Anfällen liegen längere Abschnitte, in welchen sich das betroffene Pferd völlig normal verhält. Anfangs ist das Pferd nur unruhig, mit den stärker werdenden Schmerzen schmeißt es sich unkontrolliert zu Boden. Eine Krampfkolik wird meist durch Stress, Wetterumschwung, Fütterungsfehler, schlecht gekautes Futter (Zahnschäden) oder starken Wurmbefall ausgelöst.
Verstopfungskolik (Obstipation)
Eine Verstopfungskolik entwickelt sich langsam. Die Bauchschmerzen können auch für ein paar Tage aussetzen, treten dann aber wieder umso heftiger auf. Kot wird weniger abgesetzt und die Pferdeäpfel sind trockener und fester als normal. Die Pferde schauen sich auch bei dieser Kolik nach dem schmerzenden Bauch um und legen sich auf den Boden.
Hervorgerufen wird die Verstopfung in der Regel durch zu hastige Nahrungsaufnahme, verholztes Stroh, verdorbene Silage aber auch durch Bewegungsmangel, starken Wurmbefall oder durch eine Darmentzündung.
Die Darmgeräusche sind zunächst verstärkt. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Dauerkrampf, der die Darmbewegungen unterdrückt, so dass dann keine oder nur geringe Darmgeräusche zu hören sind.
Gaskolik (Windkolik, Tympanie)
Die übermäßige Aufnahme von blähenden Futtermitteln (z.B. Klee und Luzerne) führt zu einem Gärungsprozess im Darm und zu dessen Ausdehnung. Diese bewirkt u.a. eine Behinderung der Atmung und Blutzirkulation sowie eine sichtbare Vergrößerung des Bauchumfangs. Die Darm- geräusche sind zunächst verstärkt, später unterdrückt. Der Kot ist weich und mit Gasblasen durchsetzt.
Innere Verlegung des Darms (Obturation)
Durch feste, bewegliche Körper (wie z.B. Haarbälle, Pflanzenbälle, Darmsteine) kann der Darm stark verengt oder ganz verschlossen werden. Hierbei kommt es zu plötzlich auftretenden, andauernden Kolikanfällen mit meist fehlendem Kotabsatz.
Magenüberladung
Ursache einer Magenüberladung ist meist zu hastiges Fressen, zu große Kraftfutterrationen oder die Verfütterung von stark quellenden Futtermitteln, die nicht ausreichend eingeweicht wurden. Das Pferd leidet unter starken Schmerzen, die es durch Unruhe, wiederholtes Zu-Boden-Werfen und Schweißausbrüche zeigt. Eine schnelle tierärztliche Behandlung ist notwendig, da ein Magenriss tödlich endet.
Sandkolik
Der Dickdarm des Pferdes enthält mehrere sackartige Ausstülpungen (darunter auch der Blinddarm), in denen sich der Sand ansammeln kann. Dadurch wird der Darm in diesen Regionen schwerer und träger. Die Sandansammlung in den Blind- und Dickdarmabschnitten verläuft meist mit gering- bis mittelgradigen und oft mit Pausen unterbrochenen Kolikanfällen.
Besteht haltungsbedingt die Gefahr, dass die Tiere viel Sand aufnehmen, so ist eine prophylaktische Gabe von Flohsamenschalen sinnvoll. Die Schalen enthalten Schleimstoffe, die eine hohe Quellfähigkeit und ein gutes Wasserbindungsvermögen besitzen.




