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Offene Wunden

Aktualisiert (Freitag, den 15. Oktober 2010 um 12:04 Uhr)

Erste Hilfe bei Offenen Wunden/Blutungen

  • Blutungen

    Halten Sie das Pferd ruhig. Drücken Sie direkt auf die blutende Stelle. Wenn diese nicht erreichbar ist, legen Sie einen Eisbeutel darauf. Bedecken Sie die blutende Wunde mit einem sterilen oder sauberen Tuch. Verwenden Sie genügend Polstermaterial (keine fusselnde Watte!) und bandagieren Sie dieses fest um das Bein. Ist der Verband durchblutet, wechseln Sie ihn nicht, sondern wickeln Sie eine neue Schicht darüber. Reinigen Sie die Wunde nicht, bevor sie aufhört zu bluten, sonst verstärkt sich die Blutung.

    Ist die Blutung nicht innerhalb angemessener Zeit zu stoppen oder spritzt hellrotes, arterielles Blut aus der Wunde rufen Sie den Tierarzt!

    Bei Blutungen aus der Nase oder anderen unerreichbaren Stellen, legen Sie einen Eisbeutel auf oder kühlen Sie die Stelle mit einem nassen Handtuch. Halten Sie das Pferd ruhig! Jede weitere Bewegung fördert die Blutung.

     

  • Wunden

    Es gibt verschiedene Arten von Wunden:

    • Schürfwunden
    • Schnittwunden
    • Risswunden
    • Stichwunden

    Generell gilt: Rufen Sie sofort den Tierarzt wenn die Wunde lebensbedrohlich ist. Kleinere Wunden können Sie selbst versorgen. Besteht die Gefahr einer Infektion, dann rufen Sie den Tierarzt am gleichen Tag an.

     Generelle Wundversorgung

    • Meist ist die Wunde verschmutzt. Reinigen Sie die Wunde mit Wasser (Wasserschlauch) und desinfizieren Sie die Wunde.
    • Ist die Wunde sauber, tupfen Sie sie trocken und besprühen Sie mit einem Antibiotikum oder Desinfektionsspray.

     Spezielle Wundversorgung

    • Schürfwunden lassen Sie am Besten an der Luft trocknen. Nur wenn die Wunde blutet, bandagieren Sie sie ein.
    • Bei Schnittwunden schieben Sie die Wundränder sanft, aber fest zusammen. Wickeln Sie dünnen Heftpflasterstreifen kreuzweise über die Wunde. Legen Sie ein Druckpolster auf die Wunde, und befestigen Sie es mit einem Heftpflasterverband. Wechseln Sie den Verband nach ca. 48 Stunden. Ist die Wunde sehr lang und tief, muss der Tierarzt sie innerhalb von etwa 8 Stunden nähen.
    • Risswunden sind meist unregelmässig und klaffen auseinander. Entfernen Sie Haare, totes Gewebe und Fremdkörper. Bedecken Sie die Wunde mit einem Mullpolster, dann mit einer Mullbinde und mit einem Heftpflasterverband. Rufen Sie den Tierarzt, da die Wunde vielleicht genäht werden muss. Muss die Wunde nicht genäht werden, verbinden Sie sie so lange, bis fleischiges Gewebe die Wunde gefüllt hat. Danach sollten Luft und Sonne die Wunde trocken.
    • Stichwunden sind oft schmerzhaft und gehen manchmal mit einem Bluterguss einher. Schneiden Sie behutsam die Haare an der Wunde ab. Untersuchen Sie die Wunde sorgfältig nach Fremdkörpern. Säubern Sie die betroffene Stelle und betupfen Sie sie mit Jodtinktur. Lassen Sie die Wunde so lange wie möglich offen, bis kein Ausfluss mehr zu sehen ist. Ist auch das Gewebe unter der Haut verletzt, rufen Sie den Tierarzt!

     Bei allen Wunden gilt: Reiten Sie das Pferd erst wieder wenn die Wunde verheilt ist, sonst reißt sie mit jeder Bewegung!