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Doping

Aktualisiert (Freitag, den 10. September 2010 um 13:38 Uhr)

Im Juli 2002 wurde als erstes pflanzliches Phytotherapeutikum Valeria officinalis L (Baldrian!) für den Einsatz bei Turnierpferde verboten. Baldrian gilt als klassisches Beruhigungsmittel und war bzw. ist Bestandteil zahlreicher Pasten und Pulver. Die von der FEI im Jahr 2000 eingesetzte “Sicherheits-Kommission” kam bei der Analyse der Military-Unfälle in den letzten Jahren zu dem Schluss, dass auch die in der Dressur eingesetzten Beruhigungsmittel eine gefährliche Rolle spielen können. Auf Grund dieser Ergebnisse wurde Baldrian in die Liste unerlaubter Wirkstoffe aufgenommen.

baldrian-doping

Ein Auszug aus dem Newsletter Juni 2009:

Vorsicht vor unbeabsichtigtem Doping!
Das Thema Doping im Reitsport ist gerade so brisant, dass die Schlagzeilen es in die Tagesschau und den Spiegel schaffen. In diesem Newsletter wollen wir nicht das Thema Doping im Spitzensport vertiefen, sondern auf Futtermittel hinweisen, die dopingrelevante Stoffe enthalten könnten.

Was ist überhaupt Doping?
Die Definition Doping ist „die Verabreichung von Substanzen an Mensch und Tier mit dem Ziel einer Beeinfl ussung der natürlichen und aktuellen Leistungsfähigkeit.” Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) unterscheiden grob zwischen Dopingsubstanzen und Medikation. Dopingsubstanzen sollen die Leistungsfähigkeit des gesunden Pferdes verändern bzw. verbessern (z.B. Anabolika). Bei der Medikation liegt eine Leistungsminderung, z.B. durch eine Lahmheit vor. Mit der Medikation soll das Pferd seine volle Leistungsfähigkeit wieder zurückerhalten (z.B. Phenylbutazon).

Doping durch Futtermittel oder natürliche Stoffe
Häufig denkt man sich, das ist ein Futtermittel, das ist ein harmloses Kraut, das kann kein Doping sein. Aber gerade hier ist Vorsicht geboten! Denn viele Medikamente haben ihren Ursprung in pfl anzlichen Wirkstoffen und somit enthalten auch Pfl anzen dopingrelevante Stoffe. Eine Ursache für unbeabsichtigtes Doping kann die Kontamination von Futtermitteln sein, die natürlich vorkommende verbotene Substanzen enthalten:
Kakao: Theobromin, Koffein
Keimende Gerste/ Malz: Hordenin
Schlaf-Mohn: Morphin
Tee: Theophyllin
Reiskleie: Gamma-Oryzanol

Auch Kräuter enthalten eine Reihe von verbotenen Substanzen. So enthält Baldrian die beruhigend wirkende Valeriansäure, Hopfen Morphin, Weidenrinde und Ulmenspierkraut enthalten Salicin. Salicin ist eine Vorstufe der Salicylsäure, die natürliche Vorstufe der Acetylsalicylsäure (Aspirin). Viele Pfl anzen, darunter auch Luzerne, verwenden Salicin als natürliches „Pflanzenschutzmittel”, deshalb gibt es Grenzwerte im Urin (625 mcg pro ml) und Plasma (5,4 mcg pro ml). Die internationalen Dopinglabore haben sehr sensible Nachweisverfahren für Valeriansäure und Salicylsäure entwickelt. Auch die bewährte Teufelskralle gehört laut FN zu den verbotenen Substanzen. Das Gleiche gilt für Ingwer und Weihrauch.

Doping in Pflegemitteln
Hier sind vor allem Salben die die Durchblutung anregen kritisch. Diese Salben enthalten meist Kampfer und Menthol. Die Doping-Richtlinien sollen verhindern, dass ein Pferd über seine natürliche Leistungsgrenze hinaus beansprucht wird, oder ein krankes Tier nicht genügend Zeit zum Ausheilen der Krankheit hat. Lassen Sie Ihrem Pferd genügend Zeit Verletzungen auszukurieren, dann haben Sie lange Freude an ihm und laufen nicht Gefahr des Dopings überführt zu werden. Haben Sie Fragen zur Fütterung Ihres Pferdes während des Turniers? Wir beraten Sie gerne: 0800 627 8374.